CDH-Vertriebsbarometer: Nach wie vor Zuversicht im Vertrieb
Der Vertrieb ist die Nahtstelle zwischen den Märkten, zwischen Angebot und Nachfrage. Handelsvertretungen, die kontinuierlich im Gespräch mit den Geschäftskunden unden auf der Abnehmerseite stehen und ihr Orderverhalten kennen, gewinnen zu einem sehr frühen Zeitpunkt Informationen über die Entwicklung der Märkte. Insofern ist der Vertrieb ein guter Seismograph für wirtschaftliche Entwicklungen. Aus diesem Grund hat die Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH) e.V., Berlin, das „Vertriebsbarometer“ eingerichtet, das vierteljährlich die Einschätzung der Handelsvertretungen zur konjunkturellen Lage wiedergibt.
Die Geschäftslage im Vertrieb ist nach wie vor gut. Die weiteren Perspektiven werden aber etwas verhalten eingeschätzt. Dies zeigen die Ergebnisse der Herbst-Trendumfrage der CDH bei Mitgliedsbetrieben.
Die 49. Trendumfrage der CDH in diesem Herbst zeigt zwar eine leichte Abschwächung der Konjunktur in Vertrieb gegenüber dem Frühjahr, bewegt sich aber nach wie vor auf hohem Niveau: ca. 10 Prozent der befragten CDH-Mitgliedsbetriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als sehr gut ( 11 Prozent im Frühjahr) und 45 Prozent als gut (48,7 Prozent im Frühjahr), d. h. mehr als die Hälfte der Handelsvertretungen CDH ist mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Die Anzahl der Handelsvertretungen mit einer schlechten Geschäftslage ist gegenüber dem Frühjahr zurückgegangen und beläuft sich auf 6,7 Prozent (siehe Grafik).
Die Branchenlage wird – wie auch in den früheren Befragungen – insgesamt etwas schlechter bewertet als die eigene Geschäftslage, d.h. dass es immer noch Firmenkonjunkturen gibt und Handelsvertretungen da, wo sie ihren Markt haben, erfolgreich agieren können, auch unter Umständen gegen den Branchentrend.
Der vermittelte Warenumsatz ist insgesamt etwas zurückgegangen, die Veränderungen sind aber nicht gravierend: Die Anzahl der Befragten, die über einen zurückgehenden Warenumsatz klagen, hat sich um etwa 3 Prozent erhöht, bei fast der Hälfte (46,9 Prozent) ist der Warenumsatz allerdings weiter angestiegen.
Etwas differenziert werden die zukünftigen Perspektiven gesehen, die Optimismus ist etwas abgeflacht. Hier werfen die Euro-Krise und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ihre Schatten. Die Ungewissheit, wie sich dies auf die Realwirtschaft auswirkt, zeigt insbesondere bei der Beurteilung der längerfristigen Perspektiven ihre Auswirkungen, fast ein Drittel der Befragten schätzt die längerfristigen Perspektiven als eher schlechter ein. Etwa 30 Prozent sehen sie als besser an, gegenüber 38 Prozent im Frühjahr.
